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Lithium Polymer Akkus
und Ladetechnik
Verwendet werden häufig kleine, leichte Zellen für Indoor und Slowflyer. Sie haben zwischen 145 und 830 mAh Kapazität. Für größere, schwerere Modelle bieten sich größere Zellen an, bis etwa 5000 mAh an.

Zur Zeit (Ende 2015) setze ich diverse Lipos von Turnigy der Sorte Nano Tech, sowie Akkus von Kokam, Gens Ace und Hacker ein. Diese Typen sind gut und günstig. Nach meiner Erfahrung gehen Lipos eher durch herum liegen und falsches lagern kaputt als durch die Benutzung.
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Das Bild zeigt einen Teil meiner Lipos, die kleinen 2s Packs mit 370 mAh und 450 mAh für Indoormodelle, die 3s 1500 mAh benutze ich für meine meisten "großen" Modelle, wie den F5J, Funjet, Multicopter, Elektro Libelle, Easy Glider usw. oder in Reihe als 6s Pack in der Extra MX. Im Hotliner sind es 5s 3600 mAh. Da ein 2s Pack für die Indoormodelle ungefähr so viel oder wenig kostet, wie ein Bier in der Kneipe ärgere ich micht nicht rum, und bestelle einfach 5 - 10 neue Akkus, wenn die Leistung nachlässt. An dem blöden Spruch "Benzin kann man auch nur 1x benutzen" ist was dran, wer speziellen Glühzünder Sprit aus dem Modellbaufachhandel kauft wird schnell merken, dass Elektroflug doch auf Dauer günstiger ist.

Lipo Akkus reagieren sehr empfindlich auf Über- und Unterladung. Das Laden muss mit einem geeignetem Ladegerät, im Idealfall mit Balancer, welcher Differenzen zwischen den einzelnen Zellen ausgleicht, durchgeführt werden, sonst werden die Zellen mit hoher Warscheinlichkeit zerstört! Diese Ladegeräte schalten bei einer bestimmten Spannung der Zellen ab. wenn die Zellen entladen werden, sollte man eine Spannung von 3 Volt pro Zelle nicht unterschreiten. Bei einer Entladung unter 2,6 V/Zelle ist mit irreparablem Kapazitätsverlust zu rechnen. Über längeren Zeitraum nicht benutzt sollten sie bei etwa 3,81 V/Zelle gelagert werden, das erhöht die Lebensdauer ungemein! Moderne Ladegeräte bieten dafür einen Storage Modus an, dessen Benutzung ich empfehle.
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Sommer Miniron Mobil:
Dieses nun schon etwas ältere Gerät verteilt leider nur 2A Ladestrom auf die fünf gleichwertigen Ausgänge. Je nach Stromzufuhr lädt es bis 4s Lipo bzw. 10 Schwermetallzellen :-) mittlerweile wenig genutzt, hauptsächlich für das meiner Erfahrung nach sehr zuverlässige Kapazitätsladen und sehr gute formieren von NiXX Akkus wie z. B. Empfängerakkus in Seglern.


iSDT SC-608:
Dieses sehr kleine (88 x 58 x 21 mm) und leichte Ladegerät kann bis 6s Lipo, auch HV, mit max. 8A bei insgesamt bis zu 150W Ladeleistung laden. Durch die intuitive und zeitgemäße Menüführung und die Bedienung über einen Drehgeber ist dieses Gerät sehr schnell und einfach zu bedienen. Einzelzellenspannung oder Innenwiderstände werden zeitgleich mit Ladestrom, Spannung, Akkufüllstand in Prozent, Eingangsleistung und Gerätetemperatur auf dem stets gut ablesbaren 2,4" Display angezeigt. Dieses Ladegerät nutze ich nicht nur mobil sehr gerne, sondern aufgrund der oben genannten Features und Leistung auch gerne mal für größere Einsätze. Natürlich ist es für sämtliche andere Akkutypen wie NiXX, Pb oder LiIon/LiFe auch geeignet.


IMAX Quattro B6:
Im Prinzip vier kleine Lader in einem Gehäuse mit sehr leisen Lüftern. Ein Zeitgemäßes Ladegerät für Home- und Indooranwendungen, aber auch für einen F5D Wettbewerb mehr als ausreichend. Es hat mein Sommer Miniron abgelöst, da es zeitgemäßer ist (Balancer, Storage-Modus) Baugleich gibt es ähnliche Modelle bei den üblichen Anbietern. Dieses Modell hat 4 x 50W Ladeleistung.


Junsi i Charger 208B
Dieses Ladegerät hat für seine kompakten Abmessungen beeindruckende Leistungen: Bis 20 A Ladestrom bei max. 8s Lipo (max. 350 W). Ein Balancer ist natürlich eingebaut. Zusätzlich gibt es klasse Features wie den Styroporschneidemodus, in dem man Strom und Spannung frei wählen kann oder die Möglichkeit, den Innenwiderstand von Akkus zu messen.
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Sixpack: was ist günstiger? 6 Ladegeräte oder Kleinkram aus dem Elektronikshop? So können (in diesem Fall) über einen Ladegerätausgang bis zu sechs 5s Akkus gleichzeitig geladen werden. Wie geht das? Keine Elektronik, keine Tricks, einfach machen... Das Prinzip der kommunizierenden Röhren funktioniert auch bei Strömen somit kann man auch Akkus unterschiedlicher Kapazitäten laden, natürlich nur gleicher Zellenzahl!!! Ein Akku wird an Ladegerät und Platine angeschlossen, die anderen werden über ihre Balancerstecker geladen, bei kleinen Ladeströmen der Slowflyerakkus kein Problem. So sind alle Packs top gebalanced zur selben Zeit fertig. Man sollte Akkus mit gleichem Ladezustand anhängen, ein Test mit einem fast vollen und einem etwas leeren Akku zeigte: es fließen etwas kleinere Ausgleichströme als erwartet (ca. 1,5A bei 350-500mAh Akkus), aber dennoch umgerechnet etwa 4C "Ladestrom". Das wird also bei nicht genau gleich leeren Akkus diese auf Dauer vermutlich schädigen, daher lade ich so nur Akkus, welche zuvor im "Storage Modus" gelagert wurden.
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Um Kurzschlüsse der BEC- Stecker an der Leiste zu verhindern, werden sie in ein EPP Gehäuse gesteckt.
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Für manche wäre der Tag gelaufen: Der Sender ist leer, natürlich am Hang weit weg von der Steckdose bei bestem Flugwetter. Nicht mit uns Freunde;) Ein kleiner Lader nach Wahl, ein 4er Pack A123 LiFe und wer mag ein Kapazitätsmessgerät zur Kontrolle des Versorgungsakkus, lösen das Problem. Mittlerweile laden einige nur noch im Hangflugurlaub abends einfach ihren großen Versorgungsakku statt alle Rümpfe vom Auto ins Zimmer und zurück zu schlören.
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Als Versorgung dienen zwei Mean Well 12 V Netzteite. Das große hat 40 A, was für alles mögliche parallel ausreicht, das kleine Steckernetzteil hat 5 A, für die meisten mobilen Anwendungen reicht dieses aber auch aus. Hier sieht man die Geräte im Größenvergleich zum IMAX Quattrocharger und iSDT 608.
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Aufbewahrt werden die Lipos bei mir in feuerfesten Dokumentenkoffern auf nicht brennbarem Grund. Die Hoffnung besteht darin, dass die Koffer genau so wie sie Feuer davon abhalten, hinein zu gelangen, auch anders herum funktionieren. Für den mobilen Einsatz verwende ich übliche Lipo Bags. Ob das alles funktioniert weiß ich nicht, ich möchte aber auch ehrlich gesagt nicht in die Situation gelangen, es heraus finden zu müssen.
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Ein alter 3s2p Akku, der keine brauchbare Leistung mehr hat, wird zu Studienzwecken mit 5A im Normalmodus geladen... er fängt an, sich aufzublähen. Die Zellen platzen irgendwann auf, es tritt Gas aus. Das Ladegerät hatte bis dahin schon 2x abgeschaltet. Nach erneutem Einschalten waren bereits über 600 mAh im 350er Akku... Durch einen Wackelkontakt in einer Zelle ging das Ladegerät auf 53V hoch, die Akkus entzündeten sich. Im Normalfall würde das Ladegerät schon bei aufgeblähten Zellen abschalten, da die Spannungsdifferenz zu groß ist. Das Abbrennen kam durch das mehrfache absichtliche Überladen. Die Gefahren von Akkus sollten nicht unterschätzt werden, aber auch nicht so hochgespielt werden, wie es in einigen "Fachberichten" gemacht wird. Durch nachdenken und kontrollieren des Ladegerätes und des Ladevorgangs werden Fehler vermieden, die übrigens fast immer menschliches Versagen als Ursache haben und nicht technische Mängel...!!!!

Dieser Versuch wurde durch professionelle Leute (Stuntmen aus Amerika) durchgeführt
-->don´t try this at home!<--

Anderer Test zu späterem Zeitpunkt:
Zwei alte Lipo Akkus wurden im freien absichtlich kurzgeschlossen. Einer der Akkus ging nach einer Weile ohne weitere "Hilfe" in Flammen auf!!! Es besteht also auch die Gefahr, dass die Akkus bei falscher Lagerung, Handhabung, defekt des Steckers usw. durch einen Kurzschluss brennen können.

Leicht verbogene oder gedellte Akkus kann man vorsichtig gerade biegen und weiter benutzen. Akkus mit Beschädigungen wie Löchern besser nicht. Man kann zwar laut Internet die Löcher mit Klebeband abdichten und den Akku unter Vorsicht bedingt weiter nutzen, ich rate aber davon ab, da Brandgefahr besteht. Wenn der Akku süßlich riecht wie eine Mischung aus Energydrink und Kaugummi, dann wird er wohl ein Loch haben, und es ist Vorsicht geboten!